Symbolbild: Stadtgebiet Brühl mit Hinweis auf eine unklare Geruchsbelastung
Erftpost

Bei der Stadt Brühl sind seit Ende Juni mehr als 1.200 Beschwerden über wiederkehrende unangenehme Gerüche eingegangen. Betroffene beschrieben die Belastung in verschiedenen Teilen des Stadtgebiets und meldeten sie über die vorgesehenen Kontaktwege. Nach der jüngsten Zwischenbilanz hat sich die Lage zuletzt zwar beruhigt und die Zahl neuer Hinweise ist zurückgegangen. Eine abschließende Erklärung dafür, woher die Gerüche stammen, liegt jedoch weiterhin nicht vor.

Die Stadt hat die eingegangenen Meldungen an die zuständigen Stellen weitergeleitet, darunter die Bezirksregierung Köln und den Rhein-Erft-Kreis. Solche Hinweise sind für die Ursachenforschung wichtig, weil Uhrzeit, genauer Ort, Windrichtung und Art des Geruchs miteinander verglichen werden können. Erst wenn sich daraus ein belastbares Muster ergibt und Messungen oder Kontrollen einen konkreten Zusammenhang bestätigen, lässt sich ein Verursacher seriös benennen.

Auch aus Hürth und Erftstadt waren im Sommer Geruchswahrnehmungen gemeldet worden. Hürth setzt dabei auf eine neue digitale Anwendung, die Bürgerhinweise mit Wetterdaten verknüpft. Das Projekt wird gemeinsam mit dem techHAUS und dem AI Village umgesetzt. Ziel ist, wiederkehrende Situationen schneller zu erkennen und die Suche nach einer möglichen Quelle technisch besser zu unterstützen.

Frühere Geruchsprobleme in der Region wurden unter anderem mit unterschiedlichen Industrie- und Entsorgungsanlagen in Verbindung gebracht. Daraus lässt sich für die aktuelle Beschwerdewelle jedoch keine Verantwortlichkeit ableiten. Solange die Behörden keine eindeutigen Ergebnisse vorlegen, bleibt offen, ob eine einzelne Quelle, mehrere Betriebe oder wechselnde Wetterlagen die Wahrnehmungen verursacht haben. Bürgerinnen und Bürger können bei neuen Vorfällen weiter möglichst genaue Angaben zu Ort, Zeit und Geruchscharakter melden.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger →
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