
Der Rhein-Erft-Kreis hat den Entwurf seines Doppelhaushalts für die Jahre 2027 und 2028 in den Kreistag eingebracht. Vorgesehen sind Kreisumlagesätze von 35 Prozent im Jahr 2027 und 38,3 Prozent im Jahr 2028. Die Kreisumlage wird von den zehn kreisangehörigen Städten getragen und beeinflusst damit unmittelbar deren finanzielle Spielräume. Der Entwurf wird nun in den politischen Gremien beraten; beschlossen ist der Haushalt noch nicht.
Um die Belastung der Städte zu begrenzen, will der Kreis in beiden Jahren zusammen mehr als 51 Millionen Euro aus seiner Ausgleichsrücklage einsetzen. Für 2027 sind rund 27 Millionen Euro, für 2028 etwa 24 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich enthält der Entwurf einen pauschalen Einsparauftrag von zwei Prozent. Allein 2027 müssten damit während der Haushaltsausführung weitere Einsparungen von gut 16 Millionen Euro erreicht werden.
Als wesentliche Kostentreiber nennt die Kreisverwaltung steigende Sozialausgaben, höhere Personalkosten und die wachsende Umlage an den Landschaftsverband Rheinland. Diese soll nach der derzeitigen Planung von rund 169 Millionen Euro im Jahr 2026 auf knapp 196 Millionen Euro im Jahr 2027 steigen. Bei gesetzlichen Leistungen wie Grundsicherung, Hilfe zur Pflege oder Eingliederungshilfe hat der Kreis nur begrenzten Einfluss auf die Ausgabenentwicklung.
Trotz des Sparkurses sieht der Entwurf Investitionen in Schulen und Bevölkerungsschutz vor. Dazu gehören der zweite Bauabschnitt des Berufskollegs Bergheim, der Umbau des Schulstandorts an der Kettelerstraße, das Innovationsquartier IQREK in Kerpen sowie Maßnahmen an der Interimsleitstelle in Kerpen-Sindorf. Neue Personalstellen sollen nach Angaben des Kreises nur nach einer Prüfung von Organisation und Digitalisierung geschaffen werden. Die Haushaltsberatungen laufen in den kommenden Wochen weiter.