Haushaltsunterlagen in einem kommunalen Sitzungssaal
Erftpost

Die Kerpener Stadtverwaltung hat dem Rat den Entwurf für den Haushalt 2027 vorgelegt. Geplant sind Erträge von rund 274 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 321 Millionen Euro. Nach einer globalen Minderausgabe von sechs Millionen Euro verbleibt ein kalkuliertes Defizit von etwa 41,7 Millionen Euro. Das entspricht rechnerisch rund 114.000 Euro pro Tag und etwa 630 Euro je Einwohnerin und Einwohner.

Eine wesentliche Belastung ist die im Entwurf berücksichtigte Erhöhung der Kreisumlage. Sollte der Hebesatz des Rhein-Erft-Kreises von 29,3 auf 35 Prozent steigen, müsste Kerpen 2027 ungefähr 50 Millionen Euro an den Kreis zahlen. Das wären rund sieben Millionen Euro mehr als bisher eingeplant. Eine endgültige Entscheidung über die Kreisumlage steht noch aus.

Auch die Gewerbesteuer entwickelt sich schwächer als in früheren Jahren. Nach 86,7 Millionen Euro im Jahr 2023 wurden 2024 noch 41,2 Millionen Euro erzielt. Für 2026 liegt das aktuelle Aufkommen bei 54,4 Millionen Euro und damit unter dem Planansatz von 65 Millionen Euro; für 2027 kalkuliert die Stadt mit 60 Millionen Euro. Die Verwaltung schlägt außerdem vor, den Hebesatz der Grundsteuer B um fünf Prozent auf 874 Prozentpunkte anzuheben. Dadurch sollen rund eine Million Euro zusätzlich eingenommen werden.

Für 2027 sind Investitionen von 55,6 Millionen Euro vorgesehen, für die Jahre 2028 bis 2030 weitere 209 Millionen Euro. Die investiven Schulden könnten damit bis 2030 auf rund 305 Millionen Euro steigen, während die jährlichen Zinsaufwendungen von etwa zwei Millionen auf mehr als zehn Millionen Euro wachsen würden. Planungen für eine neue Rettungswache und den Baubetriebshof sind wegen der unsicheren Finanzierung zunächst zurückgestellt. Der Entwurf wurde am 13. Oktober in den Rat eingebracht und ist noch nicht beschlossen.

Quelle: Stadt Kerpen →
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