Künstlerische Atelierinstallation in einem historischen Ausstellungsraum
Erftpost

In der ehemaligen Synagoge in Pulheim-Stommeln ist eine neue Arbeit von Paloma Varga Weisz eröffnet worden. Für das seit 1991 bestehende Synagogenprojekt hat die Künstlerin das kleine Atelier ihres Vaters Feri Varga räumlich nachempfunden. Besucherinnen und Besucher können die Installation durch zwei geöffnete Fenster betrachten; eine dazwischenliegende Tür bleibt geschlossen. Dadurch entsteht bewusst eine Distanz zu der dargestellten Familiengeschichte.

Feri Varga arbeitete ursprünglich in einem kleinen Raum in einem Gründerzeithaus in Neustadt an der Weinstraße. Die neue Installation verbindet Arbeiten des Vaters mit Werken seiner Tochter. Sie vermittelt damit nicht nur einen Eindruck seines künstlerischen Umfelds, sondern setzt sich auch mit dem auseinander, was innerhalb einer Familie erzählt oder verschwiegen wird. Nach Angaben der Stadt hatte Feri Varga seinen Kindern viel aus seinem Leben berichtet, seine jüdische Identität jedoch nicht offengelegt.

Paloma Varga Weisz wurde 1966 in Mannheim geboren. Nach einer Ausbildung in der Holzbildhauerei studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihre Werke waren später in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. In Stommeln reiht sie sich in eine lange Folge bekannter Kunstschaffender ein, die sich mit dem besonderen Ort und seiner Geschichte auseinandergesetzt haben.

Die Ausstellung kann bis zum 6. Dezember 2026 regulär freitags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr besucht werden. Vom 7. Dezember 2026 bis zum 12. März 2027 sind Besichtigungen nach vorheriger Anfrage bei der Kulturabteilung der Stadt Pulheim möglich. Für das Synagogenprojekt sind im städtischen Haushalt 2026/2027 jährlich 50.000 Euro vorgesehen; ein neu eingesetzter Kunstbeirat unterstützt die weitere Entwicklung.

<strong>Update 10.09.2026:</strong>

Die Stadt Pulheim weist darauf hin, dass die derzeit aktive „Initiative Synagoge Stommeln – Wiederbelebung des jüdischen Erbes“ kein städtisches Projekt ist. Nach Angaben der Verwaltung besteht keine Zusammenarbeit mit der Initiative; auch die städtische Synagoge steht ihr nicht zur Verfügung. Die Initiative wirbt eigenständig um Spenden, vertreibt Merchandise und kündigt einen Auftaktabend an. Das seit 1991 von der Stadt getragene Synagogenprojekt mit der Ausstellung von Paloma Varga Weisz wird davon unabhängig fortgeführt.

Quelle: Stadt Pulheim →
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