
In der Nähe von Wesseling ist ein außergewöhnlicher römischer Münzschatz entdeckt worden. Nach den bislang veröffentlichten Angaben handelt es sich um den größten in Deutschland bekannten Hortfund aus der Regierungszeit des römischen Kaisers Hadrian. Hadrian regierte von 117 bis 138 nach Christus; der Fund stammt damit aus einer Epoche, in der das Rheinland zum Römischen Reich gehörte.
Entdeckt wurde der Schatz von einem Sondengänger, der für seine Suche über die vorgeschriebene Genehmigung verfügte. Er meldete den Fund den zuständigen Stellen, statt die Münzen eigenmächtig aus dem Boden zu nehmen. Dadurch konnten Fachleute des Landschaftsverbandes Rheinland den Fundzusammenhang sichern und den Münzbestand unter kontrollierten Bedingungen vollständig bergen.
Für Archäologinnen und Archäologen ist nicht nur die einzelne Münze wichtig. Auch Lage, Anordnung und umgebende Bodenschichten können Hinweise darauf geben, wann und unter welchen Umständen ein Schatz verborgen wurde. Die fachgerechte Dokumentation eröffnet deshalb die Chance, mehr über Geldumlauf, Handel und das Leben in der römischen Region am Rhein zu erfahren.
Wie viele Münzen genau geborgen wurden, aus welchem Metall sie bestehen und weshalb sie einst versteckt wurden, soll nach der angekündigten wissenschaftlichen Vorstellung näher erläutert werden. Der Landschaftsverband Rheinland will die Einzelheiten am 22. September in Bonn präsentieren. Bis dahin bleiben mehrere Fragen zu Alter, Zusammensetzung und historischer Einordnung des Fundes offen.