
In Frechen beginnt die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft am Montag, 24. August 2026, mit der schrittweisen Modernisierung von rund 90 Bushaltestellen. An die Stelle gedruckter Fahrpläne und Tarifinformationen treten digitale Anzeigen auf Basis stromsparender E-Paper-Technik. Die Arbeiten werden über mehrere Wochen verteilt, sodass nicht alle Standorte gleichzeitig umgerüstet werden.
Die neuen Geräte sollen neben den planmäßigen Abfahrtszeiten künftig auch kurzfristige Informationen anzeigen können. Dazu gehören Verspätungen, Umleitungen und Störungen im Liniennetz. Fahrplanwechsel lassen sich zentral einspielen, ohne dass Beschäftigte an jeder einzelnen Haltestelle Papierpläne austauschen müssen. Perspektivisch können die Displays nach Angaben der Beteiligten außerdem für wichtige Hinweise an die Bevölkerung genutzt werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit. Über eine Bedientaste können blinde und sehbehinderte Fahrgäste die nächsten Abfahrten per Sprachausgabe abrufen. Die Anzeigen werden mit Solarenergie versorgt und benötigen wegen der E-Paper-Technik nur wenig Strom. Dadurch können sie auch an Standorten eingesetzt werden, an denen kein eigener Stromanschluss vorhanden ist oder nur mit erheblichem Aufwand hergestellt werden könnte.
Frechen ist Teil eines kreisweiten Ausbauprogramms der REVG. Bis zum Jahresende sollen insgesamt etwa 500 Haltestellen im Bedienungsgebiet mit digitalen Fahrgastinformationen ausgestattet sein. In Kerpen und Erftstadt sind entsprechende Systeme bereits im Einsatz; Elsdorf und Bedburg sollen folgen. Für das Gesamtprojekt werden Kosten von rund neun Millionen Euro genannt, die zu 90 Prozent durch den Nahverkehrszweckverband go.Rheinland gefördert werden. Den Auftrag erhielt nach einer europaweiten Ausschreibung ein schwedischer Anbieter, dessen solarbetriebene Displays bereits bei Verkehrsunternehmen in Hürth und Wesseling verwendet werden.