
Im Rhein-Erft-Kreis werden rund 4.400 reflektierende Warnwesten an Erstklässlerinnen und Erstklässler verteilt. Nach Angaben der Initiatoren profitieren davon nahezu 70 Grundschulen in mehreren Städten des Kreises, darunter Bergheim, Brühl, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen und Wesseling. Der offizielle Auftakt fand am 18. September an der Martinusschule in Hürth-Fischenich statt. Die Westen sollen vor allem in den dunklen Morgenstunden und bei schlechter Sicht dafür sorgen, dass Kinder im Straßenverkehr früher erkannt werden.
Die Verteilung ist Teil der Verkehrsprävention für die jüngsten Schulkinder. Gerade Erstklässler müssen viele Situationen auf dem Schulweg noch einüben: Sie schätzen Geschwindigkeiten weniger sicher ein, werden zwischen parkenden Fahrzeugen leicht übersehen und sind in Herbst und Winter häufig unterwegs, bevor es richtig hell ist. Reflektierende Flächen können das Licht von Autoscheinwerfern zurückwerfen und so die Aufmerksamkeit von Autofahrerinnen und Autofahrern deutlich früher auf ein Kind lenken.
In Hürth wurde die Ausstattung nach einem tödlichen Verkehrsunfall im vergangenen Jahr zusätzlich ausgeweitet. Dort finanzierten die Luis-Paulo-Stiftung und der Lions Club weitere Westen für Schulanfänger. Die örtliche Initiative ergänzt ein bereits bestehendes Präventionsprojekt der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft und der Kreissparkasse Köln, das Schulen in insgesamt acht Kommunen des Kreises erreicht.
Eine Warnweste ersetzt allerdings weder Verkehrsunterricht noch einen möglichst sicheren Schulweg. Eltern sollten die Strecke mit ihren Kindern mehrfach abgehen, gefährliche Übergänge besprechen und helle Kleidung sowie funktionierende Beleuchtung an Fahrrädern und Rollern kontrollieren. Auch Erwachsene am Steuer sind gefordert, im Umfeld von Schulen, Bushaltestellen und Wohnstraßen besonders aufmerksam und bremsbereit zu fahren.