
Die Igel-Pflegestelle in Pulheim ist nach Angaben von Radio Erft derzeit stark ausgelastet. Gleichzeitig werden dort etwa 50 bis 60 Tiere versorgt, und fast täglich kommen neue Fälle hinzu. Auffällig ist der hohe Anteil junger Igel, die vor dem Winter noch nicht genügend Gewicht erreicht haben.
Igel benötigen ausreichende Fettreserven, um den Winterschlaf zu überstehen. Sinkt das Nahrungsangebot, finden besonders Jungtiere im Herbst nicht genug Insekten. Als Ursachen nennen Fachleute unter anderem den allgemeinen Insektenrückgang, Pflanzenschutzmittel und sehr aufgeräumte Gärten ohne geeignete Rückzugsorte.
Grundstückseigentümer können helfen, indem sie Laub- und Reisighaufen liegen lassen, heimische Pflanzen nutzen und kleine Durchgänge in Zäunen ermöglichen. Dadurch finden die Tiere sowohl Schutz als auch Wege zwischen verschiedenen Gärten. Wer zufüttert, sollte nur geeignetes Futter und frisches Wasser anbieten; Milch ist für Igel ungeeignet.
Nicht jedes Tier, das im Herbst unterwegs ist, benötigt menschliche Hilfe. Verletzte, apathische oder deutlich geschwächte Igel sowie kleine Jungtiere, die tagsüber allein umherlaufen, sollten jedoch beobachtet und einer erfahrenen Igelstation oder Tierarztpraxis gemeldet werden. Eigenständige medizinische Behandlungen sind nicht zu empfehlen.