
Beim schweren Waldbrand im Hürtgenwald haben nicht nur zahlreiche Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen gegen die Flammen gekämpft. Auch Landwirte unterstützten die Einsatzkräfte über mehrere Tage hinweg bei einer der größten Herausforderungen des Einsatzes: der Versorgung mit ausreichend Löschwasser.
Der Brand war am 13. August ausgebrochen und entwickelte sich zu einem außergewöhnlich großen Wald- und Vegetationsbrand. Rund 300 Hektar Waldfläche waren betroffen. Nach Angaben des WDR handelte es sich damit um den größten Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Zeitweise waren bis zu 1.800 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
Unterstützung kam dabei auch aus dem Rhein-Erft-Kreis. Bereits während des Großeinsatzes waren Feuerwehrkräfte aus mehreren Städten des Kreises in Richtung Hürtgenwald ausgerückt. Unter anderem beteiligten sich Einsatzkräfte aus Erftstadt und Kerpen. Auch aus Pulheim war Unterstützung vor Ort.
Landwirte transportierten Wasser zu den Einsatzstellen
Eine wichtige Rolle übernahmen darüber hinaus Landwirte aus der Region. Mit Traktoren und großen Wasser- beziehungsweise Güllefässern unterstützten sie die Löschwasserversorgung. Die eigentlich für die Landwirtschaft vorgesehenen Tankwagen eignen sich aufgrund ihres großen Fassungsvermögens besonders gut dafür, erhebliche Wassermengen zu transportieren.
Zu den Helfern gehörte auch der Pulheimer Landwirt Markus Wipperfürth. Der WDR berichtete bereits während des Einsatzes über seine Beteiligung. Wipperfürth schätzte zu diesem Zeitpunkt, dass insgesamt zwischen 200 und 400 Landwirte die Einsatzkräfte unterstützten. Sie holten unter anderem Wasser aus Talsperren und transportierten es zu den benötigten Stellen.
Gerade bei einem ausgedehnten Waldbrand stellt die kontinuierliche Wasserversorgung eine enorme logistische Herausforderung dar. Löschfahrzeuge allein können die benötigten Wassermengen nicht dauerhaft bereitstellen. Landwirtschaftliche Fahrzeuge können deshalb eine wertvolle Ergänzung bilden, insbesondere wenn größere Wassermengen über längere Strecken transportiert werden müssen.
Feuerwehrkräfte aus dem Rhein-Erft-Kreis ebenfalls im Einsatz
Auch die Feuerwehren des Rhein-Erft-Kreises waren Teil der überregionalen Unterstützung. Die sogenannte Bereitschaft 3 des Regierungsbezirks Köln wurde angefordert und sammelte sich zunächst an der Feuerwache in Frechen.
Aus Erftstadt befand sich beispielsweise ein Mannschaftswagen mit sechs Einsatzkräften im Einsatzgebiet. Die Feuerwehr Kerpen beteiligte sich mit Kräften aus Kerpen, Blatzheim und Buir. Aus Pulheim war unter anderem ein TLF 3000 sowie eine Notstromkomponente des Landes NRW vor Ort.
Die Dimension des Einsatzes machte eine Zusammenarbeit unterschiedlichster Organisationen erforderlich. Neben Feuerwehren und Landwirten kamen unter anderem Löschhubschrauber, Wasserwerfer der Polizei und Unterstützung der Bundeswehr zum Einsatz.
Größter Waldbrand NRWs ist inzwischen gelöscht
Inzwischen ist der Einsatz beendet. Am 20. August wurde bekanntgegeben, dass auch die letzten Feuer und Glutnester gelöscht sind. Damit endete nach rund einer Woche der Kampf gegen den größten Waldbrand Nordrhein-Westfalens seit Beginn der Aufzeichnungen.
Neben der eigentlichen Brandbekämpfung bleibt dabei besonders die große Zahl freiwilliger Helfer in Erinnerung. Landwirte übernahmen die Wasserlogistik, während andere Helfer die Einsatzkräfte beispielsweise mit Verpflegung unterstützten.
Für den Rhein-Erft-Kreis war der Einsatz damit gleich in mehrfacher Hinsicht ein überregionales Hilfsprojekt: Neben professionellen Feuerwehrkräften machten sich auch Menschen aus der Landwirtschaft mit ihren eigenen Fahrzeugen und Maschinen auf den Weg, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen.
Quelle: WDR, Ksta, Radio Erft