
In Kerpen ist am 15. September 2026 der offizielle Startschuss für den Neubau des Europagymnasiums gefallen. Auf einem etwa 120.000 Quadratmeter großen Gelände an der Humboldtstraße sollen ein neues Schulgebäude, mehrere Sportanlagen und umfangreiche Freiflächen entstehen. Mit veranschlagten Kosten von rund 213 Millionen Euro handelt es sich nach Angaben der Stadt um ihr bislang größtes einzelnes Bauvorhaben.
Der künftige Standort ist für bis zu 2.400 Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Geplant sind eine neunzügige Sekundarstufe I und eine vierzehnzügige Oberstufe. Die Stadt reagiert damit sowohl auf die wachsende Bevölkerung als auch auf den zusätzlichen Platzbedarf, der durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium entstanden ist. Vier Lernhäuser sollen ringförmig um eine zentrale Pausenhalle angeordnet werden und überschaubare Lernbereiche schaffen.
Zum Campus gehören außerdem ein Sporthallenkomplex, eine Leichtathletikanlage mit Naturrasen und öffentlich nutzbare Freizeitflächen im südlichen Bereich. Busse, Fahrräder und Fußverkehr sollen getrennte Wege erhalten; rund 700 Fahrradstellplätze sind vorgesehen. Über eine sogenannte Grüne Spange wird das Gelände mit dem Wege- und Freiraumnetz im Norden Kerpens verbunden.
Auch die Energie- und Regenwasserplanung ist Teil des Konzepts. Vorgesehen sind eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenkollektor, Photovoltaik-Thermie-Module, Batteriespeicher, begrünte Dächer sowie Mulden, Rigolen und Zisternen. Durchlässiges Pflaster soll zusätzlich helfen, Niederschläge auf dem Gelände zu bewirtschaften.
Die Planungen reichen bis zu einem Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2018 zurück. Der Siegerentwurf wurde 2023 ausgewählt, die Baugenehmigung folgte im April 2026. Nach dem Spatenstich sollen die Rohbauarbeiten noch 2026 beginnen. Mit der vollständigen Fertigstellung rechnet die Stadt gegenwärtig etwa im Jahr 2031.